Urdonautal-Ultra

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Eigentlich war ja für heuer als letzter großer Lauf vor dem Zugspitz Ultratrail etwas ganz anderes geplant. Wir wollten in einer kleinen Gruppe über den Jübiläumsweg und den Laufbachereckweg eine ausgedehnte Runde in den Allgäuer Alpen drehen. Doch das Wetter machte uns einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Die starken Schneefälle in den letzten Tagen zwangen mich letztendlich, die Tour abzusagen.

Doch Ersatz war schnell gefunden. Nachdem die Gruppe auf ein Duo, bestehend aus Tomm und mir, geschrumpft war, entschieden wir uns für einen langen Ausflug ins Urdonautal.

Wir trafen uns also morgens um 8:30 in Eichstätt, um uns auf dem Altmühltal Panoramaweg erst mal einzulaufen. Naja, nach 500 m ging’s gleich die ersten 100 Hm steil bergauf, um kurze Zeit später gleich wieder ins Tal zu rennen und in diesem Stile sollte es den ganzen Tag weitergehen.

Nach 15 km und 500 Hm „Warmmachen“ bogen wir bei Dollnstein ins Urdonautal. Erst der Bilderbuchtrail über den Dollnsteiner Heiderücken und anschließend ein ganz besonderes Schmankerl: der Jägersteig. Diesen Weg als Klettersteig zu bezeichnen ist sicherlich übertrieben, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die damaligen Wegbauer gedacht hätten, dass hier eines Tages bunt gekleidete Trailrunner durchheizen würden. Für mich ist das wie ein 4 km langer Spielplatz! Und auch Tomm war begeistert. Die wenigen Wanderer bestaunten uns, wie wir uns dynamisch über Wurzeln und Felsen, durch enge Kurven und wilde Vegetation bewegten.

Es folgten einige Off-Trail-Passagen, bevor wir die Trails zwischen der Wellheimer Burg und der Burgruine Hütting erreichten. Das Ganze natürlich weiterhin im Sägezahnmodus, sprich rauf, runter, … – immer so um die 100 Hm.

Über den Weg Nummer 3 und den Harder Schulweg durchbrachen wir die Marathondistanz kurz bevor der zweite Steig des Tages auf dem Programm stand. Ebenfalls etwa 4 km lang, bietet der Oberlandsteig nochmals alles, was des Trailrunners Herz höher schlagen lässt. Und das war dann auch für mich eine neue Erfahrung, mit 45 km in den Beinen nochmals einen extrem technischen Abschnitt zu meistern. Voll konzentriert kamen einem allerdings gar keine Gedanken, dass die Beine ja schön müde sein könnten.

Da waren die nächsten 10 km mental schon deutlich fordernder. Nach kurzem Tankstopp mussten wir nämlich über einige Waldautobahnen schrubben. Während wir uns bis dahin fast ständig angeregt unterhielten, wurde es nun ruhiger. Fast schon mit Tunnelblick trabten wir nun dahin. Die letzten Kilometer vor Eichstätt, als es zwar nochmals 100 Hm steil bergauf ging, aber das Ziel praktisch vor Augen war, konnten wir dann nochmals die Landschaft auf dem Heidehügel zur Willibaldsburg genießen. Noch ein letzter Downhill und wir waren nach 65 km und 2350 Hm wieder zurück am Ausgangspunkt. Nach 8:45 Stunden Bruttozeit inkl. Selbstversorgungsstopps und Fotopausen hatten wir uns die alkoholfreien Weizen mehr als verdient! Und den Eisbecher und den Kuchen natürlich auch!

Fazit: Top-Lauf auf Top-Trails, sehr anspruchsvoll und als Laufduo haben wir super harmoniert (und schon mal ein bisschen Pläne für 2015 gesponnen ;-).

Ach ja, noch ein Satz zur Ausrüstung. Das war die bisher längste Distanz, die ich mit dem LaSportiva Bushido gelaufen bin. Kein Problem, der kann auch lang – und wie! Werde ich wohl auch beim ZUT tragen, zumindest bis zum Dropbag.

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Distanz: km | Höhe: +m -m |
44, 10