Ammergauer Alpenquerung

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„Wusste nicht, dass man Wege laufen kann, die es nicht gibt.“ So kommentierte Thomas unseren gemeinsamen Trailrun durchs Ammergebirge recht treffend.

Aber von vorn. Bereits vor einigen Wochen hatte ich zu einem Vorbereitungslauf für den Zugspitz Ultratrail in den Ammergauer Alpen geladen. Dass dann trotz zahlreicher Zusagen doch „nur“ fünf Unerschrockene am Treffpunkt vor der Schwangauer Therme eintrafen, lag wohl hauptsächlich an der wirklich miesen Wettervorhersage. Nach dem Transfer nach Oberammergau (Danke Matthias!) starteten wir dann auch bei mäßigem Regen und im Vergleich zu den Vortagen deutlich niedrigeren Temperaturen.

Nachdem es allerdings auf den ersten beiden Kilometern gleich 400 Höhenmeter auf dem Königssteig nach oben ging, hatten alle schnell Betriebstemperatur erreicht. Aufgrund des Wetters entschied ich, nicht über den Sonnenberg weiter zu laufen, sondern wählte die einfachere Variante über den Kolbensattel – auch ein schöner Trail und sehr gut laufbar.

Es folgten weitere knapp 400 HM auf dem Forstweg vorbei am Pürschlinghaus zum Teufelstättkopf. Der Regen war inzwischen in Schnee übergegangen und reichlich „Schneereste“ verwandelten den Event nun in einen Orientierungslauf. Doch irgendwie schafften wir es immer wieder, den Weg zwischen den verschneiten Latschenkiefern zu finden. Bis kurz nach dem Dreisäulerkopf ging das nun so. Kurze laufbare Abschnitte wechselten mit Altschneefeldern, wo wir teilweise knietief einsanken. Dies kostete viel Zeit und noch mehr Kraft. Doch der Laune tat dies keinen Abbruch. Schließlich gehört ein bisschen Abenteuer einfach dazu!

Trotzdem waren alle erst mal erleichtert, als es hinab zum Schloss Linderhof wieder deutlich zügiger voran ging (die Klammspitze wird im Herbst nachgeholt). Es folgten fünf Kilometer Forststraße, bevor das nächste Hindernis zu überwinden war. Scheinbar waren wir vom Weg hoch zum Bäckenalmsattel abgekommen und so schlugen wir uns im „Barkley Marathon“-Stil (zumindest stelle ich mir das so vor) querfeldein steil nach oben. Kurz darauf erreichten wir nach flowigem Downhill die Kenzenhütte. Dort entschied sich nun ein Teil der Gruppe, den direkten Weg hinunter nach Halblech zu nehmen, während Matthias und ich – quasi als Finale – den Tegelberg in Angriff nahmen. Dies bedeutete nochmals 600 Höhenmeter auf fünf Kilometer, wobei die Steigung gemächlich begann, um dann am Ende die Oberschenkel beinahe zum Bersten zu bringen. Naja, kein Wunder, wenn man die Falllinie nimmt! Ohne dass es einer von uns beiden ausgesprochen hätte, hatte das was von „inoffizieller“ Bergwertung 😉

Irgendwie waren wir nun scheinbar im Rennmodus. Denn statt vom Tegelberghaus gemütlich ins Tal zu trailen, stürzten wir uns die knapp 1000 Höhenmeter auf der Skipiste hinab. Geil!

Am Ende hatten wir mit 43 km und 2400 Höhenmeter einen knappen Ultra auf dem Tacho und die Erkenntnis, dass ein Tag in den Bergen auch bei Dauerregen richtig Spaß machen kann! Vielen Dank an die Gruppe mit Antje, Matthias, Toni und Thomas!

Die Bildausbeute war leider nicht sehr üppig. Erstens gab’s nicht viel Licht, zweitens war meine Linse meist beschlagen und zu guter Letzt machte auch noch der Akku schlapp. Dass es „abenteuerlich“ war, kommt aber trotzdem ganz gut rüber 😉

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Distanz: km | Höhe: +m -m |
44, 10