Allgäu Panorama Ultratrail 2013 – Der Bericht

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Normalerweise enden meine Wettkampfberichte immer mit ein paar Worten zur Organisation. Dieses Mal mache ich es anders herum – aus gutem Grund! Noch nie hab ich so freundliche und hilfsbereite Helfer erlebt wie beim Allgäu Panorama Ultratrail. Neben der perfekten Organisation und der familiären Atmosphäre einfach sensationell! Alleine das ist schon ein Grund, wieder zu kommen!

Acht Wochen nach dem ZUT stand nun also das nächste Highlight auf dem Plan. Mit 69 Kilometern und 3000 positiven Höhenmetern wahrlich kein Kindergeburtstag und inklusive meiner Solo-Touren schon der siebte Ultra in 2013!

Theoretisch hätte ich am (sehr) frühen Morgen anreisen können. Ich entschloss mich allerdings, bereits am Vortag noch Sonthofen zu fahren und in der Turnhalle (Massenlager, einfach aber zweckmäßig) zu nächtigen. Mehr als vier Stunden Schlaf waren’s trotzdem nicht. Dafür hab ich am Vorabend beim Strecken-Briefing Thorsten, Stefan und Berend getroffen, mit denen ich heuer auch schon im Taunus unterwegs war.

Bereits um halb vier war’s aus mit der Nachtruhe. Immer diese Frühaufsteher! Kurze Zeit später schälte auch ich mich aus meinem Schlafsack, um ein leichtes Frühstück zu mir zu nehmen und die letzten Vorbereitungen zu treffen (Startnummer, Transponder, …). Um kurz nach fünf traf ich mich dann wieder mit den anderen bei der Startaufstellung. Alles sehr relaxt und familiär. Kein Sprecher, der durch ein Mikro plärrte oder dumpfe Bässe, die sonntags um diese Zeit wohl die halbe Stadt aufgeweckt hätten.

Pünktlich um sechs der Start. Normalerweise gehe ich ja eher recht langsam an und versuche dann, das Feld (zumindest teilweise) von hinten aufzurollen. Dieses Mal orientierte ich mich gleich von Anfang an so im ersten Viertel der etwa 300 Starter. Nach anfänglicher Steifigkeit und leichten Schienbeinschmerzen fand ich spätestens am ersten Anstieg meinen Rhythmus. Auf wechselnden Untergründen und leider etwas hohem Asphaltanteil bis Kilometer acht rollte es richtig gut. Schnell wurde klar, woher der Ultra seinen Namen hat. Bei prächtigem Panorama mit Sonnenaufgang über dem Grünten war das Laufen fast Nebensache.

Vor der Bergwertung bei Kilometer 16 dann ein kurzer Zwischensprint. Einige Kühe kämpften mit uns Läufern um die Positionen auf dem schmalen Pfad.

Es folgte die erste Verpflegungsstation auf dem Parkplatz Grasgehren, ehe wir die Riedbergpassstraße kreuzten, Rohrmoos passierten und nochmals ein längeres Asphaltstück schredderten, das mir zugegebenermaßen ganz schön zusetzte: mein Schienbein schmerzte und das Thermometer stieg inzwischen rapide an.

Doch nach einem Tief kommt Gott sei Dank auch wieder ein Hoch. Am nächsten Anstieg zum Berghaus am Söller fühlte ich mich deutlich besser und konnte einige Läufer überholen. Die Marathondistanz war nun geschafft und es folgte ein teilweise recht steiler Abstieg vorbei am wunderschön gelegenen Freibergsee bis hinunter nach Oberstdorf.

Als besondere Attraktion führte dort die Strecke mitten durch Skisprungstadion, wo auch nochmals eine große Verpflegungsstation aufgebaut war. Cola, Iso, Kuchen – alles was das Herz nach fast 50 Kilometern begehrt.

Finale furioso!

Nun kam es knüppeldick! Erst zwei Kilometer mäßig ansteigend, kurzes Verschnaufen, nochmals vier Kilometer schon etwas heftiger und bis zum Gipfel des Sonnenkopfs wirklich zwei so fies steile Kilometer – ich hatte das Gefühl eher zu torkeln als zu gehen. Ich redete mir selber ein, was für eine „Kampfsau“ ich sei, um dort irgendwie hochzukommen! Umso motivierender die Anfeuerungsrufe der Helfer, die mir auf den letzten Metern zum Gipfelkreuz entgegenschallten.

Erste Anzeichen von Oberschenkelkrämpfen abgewehrt, folgte nun „nur“ noch der Abstieg zurück nach Sonthofen. Und je näher das Ziel rückte, umso erstaunlicher war es wieder einmal, welche Kräfte man am Schluss doch nochmals mobilisieren kann.

Letzte Kurve, roter Teppich und Finish nach 8:48:50 Stunden! So wie alle anderen Teilnehmer nahm auch ich die persönliche Gratulation vom Veranstalter Axel Reusch freudestrahlend entgegen (das ist der wahre Marathon, den dieser Mann dort leistet, super!). Gerne wieder in 2014!

Hier noch für die Statistiker:
• Platz 37 von 277 gestarteten Männern (davon 240 Finisher)
• Platz 9 von 51 gewerteten in Altersklasse M45

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Distanz: km | Höhe: +m -m |
Allgäu Panorama Ultratrail 47.447571, 10.246658 Allgäu Panorama Ultratrail (Sonthofen)

 

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